- Einführung in die Hornhauterkrankungen
- Bullöse Keratopathie
- Cogan-Syndrom
- Hornhautulkus
- Herpes-simplex-Keratitis
- Zoster ophthalmicus
- Interstitielle Keratitis
- Keratoconjunctivitis Sicca
- Keratokonus
- Keratomalazie
- Periphere ulzerierende Keratitis
- Keratoconjunctivitis Phlyctaenularis
- Keratitis superficialis punctata
- Hornhauttransplantation
Bei der peripheren ulzerativen Keratitis handelt es sich um eine Entzündung und Ulzeration der Hornhaut, die häufig bei chronischen rheumatischen Systemerkrankungen auftritt. Irritation und Visusreduktion sind die Folgen.
Quellen zum Thema
Die periphere ulzerierende Keratitis ist eine ernst zu nehmende Hornhautulzeration, die häufig bei ystemischen rheumatischen Gewebeerkrankungen auftritt, die aktiv, lange bestehend oder beides sind, wie z. B. rheumatoide Arthritis, Granulomatose mit Polyangiitis (früher als Wegener-Granulomatose bezeichnet) und rezidivierender Polychondritis.
Die Patienten haben häufig eine Visusreduktion, Photophobie und ein Fremdkörpergefühl. Am Rand der Hornhaut entsteht durch die Infiltration durch WBK ein halbmondförmiger Bereich der Trübung. Ulzerationen, die sich mit Fluoreszein färben, entwickeln sich kurz nach der Trübung. Dies ist das Gegenteil des üblichen Infektionsgeschwürs, das mit einem Epitheldefekt beginnt und später eine Opazifikation entwickelt. Mit Kulturen vom Ulkus und den Lidrändern müssen infektiöse Ursachen wie Bakterien, Pilze oder Herpes-simplex-Viren ausgeschlossen werden.
DR M.A. ANSARY/SCIENCE PHOTO LIBRARY
Bei Patienten mit systemischer rheumatischer Erkrankung und peripherer ulzerativer Keratitis lag die 10-Jahres- Mortalitätsrate ohne Behandlung bei etwa 40 bis 50 % (in der Regel aufgrund eines Myokardinfarkts) und mit systemischer zytotoxischer Therapie bei etwa 8 % (1); allerdings ist die Prognose jetzt mit immunsuppressiver Therapie besser.
Jeder Patient mit peripherer ulzerierender Keratitis sollte umgehend einem Ophthalmologen vorgestellt werden (2). Systemisches Cyclophosphamid, andere Immunsuppressiva oder Biologika wie Rituximab und Etanercept behandeln die Keratitis, die lebensbedrohliche Vaskulitis und die zugrunde liegende rheumatische Erkrankung. Die Therapie besteht außerdem in lokalen Behandlungsformen (z. B. Gewebekleber und Verbandslinse) zur Entzündungskontrolle und der operativen Defektdeckung (z. B. Amniontransplantate, Bindehautdeckung). Andere, möglicherweise hilfreiche Medikamente können Kollagenaseinhibitoren wie systemisches Tetracyclin oder die lokale Applikation von 20% N-Acetylcystein sein.
Literatur
1. Foster CS, Forstot SL, Wilson LA. Mortality rate in rheumatoid arthritis patients developing necrotizing scleritis or peripheral ulcerative keratitis. Effects of systemic immunosuppression. Ophthalmology 91(10):1253-1263, 1984. doi: 10.1016/s0161-6420(84)34160-4
2. Hassanpour K, H ElSheikh R, Arabi A, et al: Peripheral ulcerative keratitis: A review. J Ophthalmic Vis Res 17(2):252-275, 2022. doi: 10.18502/jovr.v17i2.10797.