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Moraxella catarrhalis-Infektionen

VonLarry M. Bush, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;
Maria T. Vazquez-Pertejo, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center
Überprüft/überarbeitet Juli 2024
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Moraxella catarrhalis ein gramnegativer Diplokokkus, der Infektionen im Ohrbereich sowie der oberen und tiefen Atemwege verursachen. Die Diagnose wird durch den kulturellen Erregernachweis gestellt. Die Therapie erfolgt mit Antibiotika.

    M. catarrhalis (früher bekannt als Branhamella catarrhalis) ist eine häufige Ursache von

    • Otitis media bei Kindern

    • Akute und chronische Sinusitis in jedem Alter

    • Infektion der unteren Atemwege bei Patienten mit chronischer Lungenerkrankung

    Es ist die zweithäufigste bakterielle Ursache von COPD-Exazerbationen nach nicht typisierbaren Haemophilus influenzae.

    M. catarrhalis -Pneumonie erinnert an eine Pneumokokkenpneumonie.

    Eine Bakteriämie ist selten und kann mit einer Infektion der Herzklappenprothese assoziiert sein (1).

    Die Prävalenz einer M. catarrhalis-Kolonisation ist altersabhängig. Etwa 1–5% der gesunden Erwachsenen weisen eine Kolonisation der oberen Atemwege auf (2, 3). Eine nasopharyngeale Kolonisation mit M. catarrhalis ist während der Kindheit häufig, kann während der Wintermonate vermehrt auftreten und ist ein Risikofaktor für eine akute Otitis media; eine frühe Kolonisation ist ein Risikofaktor für eine rekurrente Otitis media. Es bestehen signifikante regionale Unterschiede bei den Kolonisationsraten. Zu diesen Unterschieden können die Lebensbedingungen, Hygiene, umweltbedingte Faktoren (z. B. Rauchen im Haushalt), genetische Eigenschaften der Population, Wirtsfaktoren und andere Faktoren beitragen.

    Der Erreger scheint sich vom Ort der Kolonisation kontinuierlich zu der Infektionsstelle in den Respirationstrakt auszubreiten.

    Es gibt keine pathognomonischen Zeichen einer durch M. catarrhalis bedingten Otitis media, chronischen Sinusitis oder Pneumonie. Bei Erkrankungen der unteren Atemwege zeigen die Patienten verstärkten Husten, eitrigen Auswurf und zunehmende Atemnot.

    Diese gramnegativen Diplokokken ähneln Neisseria Spezies, können aber durch routinemäßige biochemische Tests nach kultureller Isolierung aus infizierten Flüssigkeiten oder Geweben leicht unterschieden werden.

    Fast alle Stämme produzieren jetzt Beta-Lactamase. Der Organismus ist im Allgemeinen anfällig für Beta-Lactam/Beta-Lactamase-Inhibitoren (z. B. Amoxicillin/Clavulanat), Sulfamethoxazol, Tetracycline, Cephalosporine der zweiten oder dritten Generation, Aminoglykoside, Makrolide, Fluorchinolone und Pleuromutilin (z. B. Lefamulin).

    Literatur

    1. 1. Sano N, Matsunaga S, Akiyama T, et al. Moraxella catarrhalis bacteraemia associated with prosthetic vascular graft infection. J Med Microbiol. 2010;59(Pt 2):245-250. doi:10.1099/jmm.0.013789-0

    2. 2. Ejlertsen T, Thisted E, Ebbesen F, Olesen B, Renneberg J. Branhamella catarrhalis in children and adults. A study of prevalence, time of colonisation, and association with upper and lower respiratory tract infections. J Infect. 1994;29(1):23-31. doi:10.1016/s0163-4453(94)94979-4

    3. 3. Vaneechoutte M, Verschraegen G, Claeys G, Weise B, Van den Abeele AM. Respiratory tract carrier rates of Moraxella (Branhamella) catarrhalis in adults and children and interpretation of the isolation of M. catarrhalis from sputum. J Clin Microbiol. 1990;28(12):2674-2680. doi:10.1128/jcm.28.12.2674-2680.1990