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Unterstützende Maßnahmen zur Ernährung für sterbende oder schwer demenzkranke Patienten

VonKris M. Mogensen, MS, RD-AP, Department of Nutrition, Brigham and Women's Hospital;
Malcolm K. Robinson, MD, Harvard Medical School
Überprüft/überarbeitet Sept. 2024
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    Anorexie oder Appetitverlust ist bei sterbenden Patienten üblich.

    Maßnahmen, die die orale aufnahme erhöhen können, sind unter anderem:

    • Verwendung von flexiblen Ernährungsplänen

    • Langsam füttern

    • Verabreichung von kleinen Mengen oder bevorzugte oder stark gewürzte Speisen

    Auch Antidepressiva wie Megestrolacetat und Dronabinol regen den Appetit an. Metoclopramid fördert die Magenentleerung, doch dauert es etwa 1–2 Wochen, bis die Wirkungsspitze erreicht ist.

    Fortgeschrittene Demenz führt schließlich zur Unfähigkeit der Nahrungsaufnahme; manchmal erhalten betroffene Patienten enterale Ernährung. Es gibt jedoch keine überzeugenden Beweise dafür, dass enterale Ernährung das Leben verlängert, Linderung verschafft, die Funktion verbessert oder Komplikationen (z. B. Aspiration, Druckverletzungen) verhindert.

    Enterale und parenterale Ernährung verursachen Beschwerden und sind in der Regel nicht für Patienten indiziert, die im Sterben liegen oder aufgrund ihrer Demenz nicht in der Lage sind zu essen. Dass keine unterstützenden Maßnahmen zur Ernährung ergriffen werden, ist für Familienmitglieder wohl schwer zu akzeptieren, doch sollten sie verstehen, dass sich Patienten gewöhnlich wohler fühlen, wenn sie nach Belieben essen und trinken können. Die portionsweise Gabe von Wasser und leicht zu schluckenden Speisen eignet sich für diese Patientengruppe. Pflegerische Maßnahmen wie gute Mundhygiene (z. B. Zähne putzen, Befeuchtung der Mundhöhle mit Wattestäbchen und Eisstückchen nach Bedarf, Auftragen von Lippencreme) wirken für den Patienten physisch und psychisch entspannend und beruhigen Familienmitglieder, die diese Tätigkeiten übernehmen. Patienten sollten ermutigt werden, ein Hospizprogramm zu beginnen, das die erforderliche Unterstützung bieten kann.

    Eine Beratung kann Familienmitgliedern helfen, die sich Sorgen darüber machen, ob sie invasive Ernährungsunterstützung in Anspruch nehmen sollen (siehe Parenterale Ernährung und Enterale Ernährung). Palliativmediziner sind speziell ausgebildet, um Patienten und Angehörige zu unterstützen. Eine frühzeitige Rücksprache mit einem Palliativbetreuungsteam wird empfohlen.