Der primäre Gesundheitsdienstleister

VonMichael R. Wasserman, MD, California Association of Long Term Care Medicine (CALTCM)
Überprüft vonBrian F. Mandell, MD, PhD, Cleveland Clinic Lerner College of Medicine at Case Western Reserve University
Überprüft/überarbeitet März 2025 | Geändert Apr. 2025
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DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN

Der primäre Gesundheitsdienstleister (in der Regel der Hausarzt oder ein anderer Arzt, eine Pflegefachkraft oder ein Arztassistent) bietet allgemeine medizinische Versorgung und ist manchmal für die Koordination der Versorgung durch andere Fachärzte und für die unterstützende Versorgung verantwortlich.

Einige Krankenkassen verlangen von ihren versicherten Mitgliedern, dass sie einen primären Gesundheitsdienstleister bzw. Hausarzt bestimmen. Selbst wenn die Krankenkasse dies nicht verlangt, hat es viele Vorteile, einen bestimmten Hausarzt zu haben, da dies zu einer besseren Versorgung führen kann. (Siehe auch Einführung in die optimale medizinische Versorgung.)

Menschen, die einen Hausarzt haben, müssen seltener unnötigerweise eine Notaufnahme aufsuchen und werden seltener von einem Arzt untersucht, den sie nicht kennen. Ein Arzt, den der Patient nicht kennt, hat vielleicht nicht alle Hintergrundinformationen, die er zur Behandlung des Problems benötigt. In der Folge könnte er Untersuchungen wiederholen oder unnötige Untersuchungen anordnen.

Die Kommunikation ist oft besser und die medizinischen Entscheidungen sind leichter zu treffen, wenn der Patient eine Beziehung zum Hausarzt aufgebaut hat. Die Menschen neigen dazu, eher einem bekannten Arzt zu vertrauen, und sind dann weniger ängstlich, wenn ein medizinisches Problem auftritt.

Hausärzte pflegen häufig langjährige Beziehungen zu ihren Patienten und haben für beide Seiten annehmbare Kommunikationskanäle eingerichtet. Sie wissen, was ihre Patienten wünschen und schätzen, wie sie am besten Informationen aufnehmen, wie sie mit Widrigkeiten umgehen, ob sie sich die verschriebenen Medikamente leisten können und auf welche Familienmitglieder sie angewiesen sind.

Hausärzte erklären, welche Art der Versorgung erforderlich ist, warum sie erforderlich ist und in welchem Abstand die Arztbesuche stattfinden sollten. Sie bieten angemessene Vorsorgemaßnahmen wie etwa Impfungen an und können Patienten bei Bedarf an Fachärzte überweisen und die medizinische Versorgung mit anderen medizinischen Fachkräften koordinieren.

Einige Versorgungspläne sehen vor, dass der Patient seinen Hausarzt für eine Überweisung an einen Facharzt aufsuchen muss. Eine Überweisung stellt sicher, dass der Hausarzt über die medizinischen Bedürfnisse des Patienten informiert ist und dass der Patient den richtigen Facharzt aufsucht und die entsprechenden Hintergrundinformationen erhält.

Wer einen Hausarzt sucht, kann zunächst seine Freunde und Verwandten nach Empfehlungen fragen. Oder er wendet sich an eine medizinische Hochschule oder ein Krankenhaus in der Nähe und fragt nach der entsprechenden Abteilung, etwa Pädiatrie, Innere Medizin, Hausarztpraxis oder Geriatrie. Patientenmeinungen zu einzelnen Ärzten im Internet sind eine weitere Informationsquelle, sollten aber nicht die einzige Quelle sein oder die persönliche Beurteilung ersetzen.

Viele Krankenversicherungen schränken die Wahl des Arztes und anderer medizinischer Fachkräfte ein. In diesen Fällen können Patienten über die Versicherung eine Liste mit genehmigten Ärzten erhalten.

Bei der Wahl eines Hausarztes sollte der Patient Klarheit darüber haben, was für ihn am wichtigsten ist (z. B. Freundlichkeit, Erfahrung, Ausbildung, Alter, Sorgfalt, Geduld oder Bereitwilligkeit). Manche Patienten ziehen einen Arzt vor, der viel Zeit mit ihnen verbringt, selbst wenn dies ggf. bedeutet, dass der Arzt seine Termine mit Verspätung wahrnimmt. Andere wiederum ziehen einen Arzt vor, der seine Termine präzise einhält, auch wenn dies bedeutet, dass er dem einzelnen Patienten eventuell nur begrenzte Zeit widmet. Ältere Erwachsene möchten vielleicht einen Hausarzt haben, der sich auf ihre Altersgruppe spezialisiert hat (einen Geriater). Der Patient sollte sich einen Arzt suchen, bei dem er sich wohlfühlt und dem er vertraut. Für manche Patienten bedeutet dies zum Beispiel, einen Arzt auszuwählen, der computertechnisch versiert ist und telemedizinische Leistungen anbietet.

Für Informationen über die Qualifikation eines Arztes wenden sich Interessenten in den USA an das American Board of Medical Specialties (+1-312-436-2600) oder suchen dessen Website auf (www.abms.org).

Ist dieser Arzt der Richtige?

Sinnvolle Fragen an einen Arzt darüber sind unter anderem:

  • Ist dieser Arzt in meinem Krankenversicherungsplan vorgesehen?

  • Wie sind die Öffnungszeiten der Arztpraxis?

  • Wie lange muss man üblicherweise auf einen Routinetermin warten? Und wie lange auf einen Notfalltermin?

  • Antwortet der Arzt auf Telefonate oder E-Mails (während und außerhalb der Sprechzeiten)? Falls ja, wie schnell erhält man eine Antwort?

  • Verfügt der Arzt über ein Onlineportal für die Kommunikation mit Patienten (z. B. Anfragen zur Erneuerung von Rezepten und Bekanntgabe von Testergebnissen) und die Terminplanung?

  • Bietet der Arzt praktische telemedizinische Dienstleistungen an?

  • Ist das elektronische Aktensystem des Arztes mit Krankenhäusern und anderen Ärzten verknüpft, an die ich überwiesen werden könnte?

  • Wird sich der Arzt um mich kümmern, falls ich ins Krankenhaus muss, oder muss ich mich in diesem Fall an einen anderen Arzt wenden? In welchen Krankenhäusern ist der Arzt tätig?

  • Ist der Arzt vom American Board of Medical Specialties zertifiziert?

  • Verfügt die Arztpraxis über einen barrierefreien Zugang?

  • Hält der Arzt Termine genau ein?

  • Wer übernimmt die Patienten des Arztes, wenn die Praxis geschlossen (nachts oder an Wochenenden) oder der Arzt nicht da ist? Wenn die Versorgung durch eine andere medizinische Fachkraft erfolgt, kennt diese medizinische Fachkraft die Patienten oder hat Zugang zu den Krankenakten der Patienten?

  • Wer wirkt gewöhnlich an der Versorgung der Patienten des Arztes noch mit? In welchem Ausmaß wird meine Versorgung beispielsweise durch Pflegepersonal, Fachpflegekräfte oder Arzthelfer bereitgestellt?

  • Wie werden Untersuchungsergebnisse (normale und abnorme) kommuniziert, und wer (Arzt oder Patient) initiiert die Kommunikation?

Sinnvolle Fragen an die Patienten des Arztes sind u. a.:

  • Nimmt sich der Arzt Zeit, um sich die Sorgen der Patienten anzuhören?

  • Erklärt der Arzt die Diagnose angemessen verständlich?

  • Vertrauen Sie der Meinung des Arztes?

  • Erläutert der Arzt die Vor- und Nachteile eines Medikaments, bevor er es verschreibt?

  • Bespricht der Arzt Alternativen zu einem Medikament, bevor er es verschreibt?

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