Anfälle durch Atemanhalten sind Episoden, bei denen das Kind kurz nach einem erschreckenden oder emotional aufregenden Ereignis oder nach einer schmerzhaften Erfahrung unwillkürlich aufhört, zu atmen und bewusstlos wird.
(Siehe auch Verhaltensstörungen bei Kindern im Überblick,)
Schrecksynkopen durch Atemanhalten kommen bei ungefähr 0,1-5% der gesunden Kinder vor (1). Sie beginnen meist im ersten Lebensjahr und haben ihre größte Häufigkeit im Alter von 2 Jahren. Sie klingen bei über 50 % der Kinder bis zum 4. Lebensjahr ab und verschwinden bei fast allen Kindern bis zum 8. Lebensjahr (2). Die übrigen Patienten haben diese Anfälle bis in das Erwachsenenalter.
Respiratorische Affektkrämpfe ("blaue Affektkrämpfe") scheinen keine Risikofaktoren für echte Epilepsie (3) zu sein, können aber mit einem erhöhten Risiko von Ohnmachtsanfällen im späteren Leben (4) assoziiert werden.
Fast alle Anfälle von Atemanhalten treten sekundär zu einem auslösenden externen Trigger auf, der entweder körperlich (z. B. ein Trauma) oder mental (z. B. ein emotionaler Ausbruch aufgrund von Wut oder Panik) ist.
Es gibt zwei Arten von Schrecksynkopen durch Atemanhalten:
Zyanotische Form: Diese Form ist die häufigste, und obwohl das Atemanhalten unwillkürlich ist, tritt sie oft im Rahmen eines Wutanfalls oder als Reaktion auf ein Schimpfen oder ein anderes emotional belastendes Ereignis auf.
Blasse Form: Die blasse Form folgt typischerweise einem schmerzhaften Erlebnis wie einem Sturz, bei dem sich das Kind den Kopf anschlägt, kann aber auch nach erschreckenden oder aus der Fassung bringenden Ereignissen auftreten.
Beide Formen sind unwillkürlich und lassen sich leicht von freiwilligen Episoden unterscheiden, die manchmal bei Kindern auftreten, bei denen sie den Atem anhalten, um etwas von einem Erwachsenen zu verlangen (z. B. Süßigkeiten, Aufenthalt auf einer Party); Kinder, die freiwillig den Atem anhalten, nehmen ihre normale Atmung wieder auf, wenn sie sich unwohl fühlen.
Sowohl willkürliche als auch unwillkürliche Formen von Atemanhaltungsanfällen können eine Dauer von 10 bis 60 Sekunden haben (1).
Literatur
1. Leung AKC, Leung AAM, Wong AHC, Hon KL: Breath-holding spells in pediatrics: A narrative review of the current evidence. Curr Pediatr Rev 15(1):22–29, 2019. doi: 10.2174/1573396314666181113094047
2. DiMario FJ Jr. Prospective study of children with cyanotic and pallid breath-holding spells. Pediatrics. 2001;107(2):265-269. doi:10.1542/peds.107.2.265
3. Hellström Schmidt S, Smedenmark J, Jeremiasen I, Sigurdsson B, Eklund EA, Pronk CJ. Overuse of EEG and ECG in children with breath-holding spells and its implication for the management of the spells. Acta Paediatr. 2024;113(2):317-326. doi:10.1111/apa.17020
4. Shen WK, Sheldon RS, Benditt DG, et al. 2017 ACC/AHA/HRS Guideline for the Evaluation and Management of Patients With Syncope: A Report of the American College of Cardiology/American Heart Association Task Force on Clinical Practice Guidelines and the Heart Rhythm Society [published correction appears in Circulation. 2017 Oct 17;136(16):e271-e272. doi: 10.1161/CIR.0000000000000537.]. Circulation. 2017;136(5):e60-e122. doi:10.1161/CIR.0000000000000499
Zyanotischer Affektkrampf
Während eines zyanotischen respiratorischen Affektkrampfes tritt bei Kindern eine unfreiwillige Abfolge von Ereignissen auf, bis sie das Bewusstsein verlieren.
Typischerweise schreit das Kind auf, atmet aus und atmet unwillkürlich nicht ein. Kurz danach wird das Kind blau und die Bewusstlosigkeit folgt. Selten kann ein kurzer, selbstlimitierender Krampfanfall auftreten. Nach ein paar Sekunden setzt die Atmung wieder ein, es nimmt wieder Farbe an und das Bewusstsein kehrt zurück. Manchmal ist es möglich, die Schrecksynkope zu unterbrechen, wenn man einen nassen Lappen über das Gesicht des Kindes legt.
Trotz der erschreckenden Natur der Schrecksynkopen müssen die Eltern vermeiden, auslösendes Verhalten zu verstärken. Wenn die Anfälle immer wieder auftreten, sollten die Eltern versuchen, Situationen zu vermeiden, die die Anfälle auslösen.
Bei Kindern mit zyanotischen Affektkrämpfen hat sich gezeigt, dass sie auf eine Eisentherapie (1) ansprechen, auch ohne Vorliegen einer Anämie, und auf die Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe (wenn vorhanden).
Literatur zu zyanotischen Anfällen
1. Hamed SA, Gad EF, Sherif TK: Iron deficiency and cyanotic breath-holding spells: The effectiveness of iron therapy. Pediatr Hematol Oncol 35(3):186–195, 2018. doi: 10.1080/08880018.2018.1491659
Anfall mit Atemanhalten und Erbleichen
Während eines Anfalls mit Atemanhalten und Erbleichen verlangsamt die vagale Stimulation die Herzfrequenz stark.
Das Kind atmet unwillkürlich nicht ein, verliert schnell das Bewusstsein und wird blass und schlaff. Wenn der Anfall länger als einige Sekunden dauert, verstärkt sich der Muskeltonus und ein Krampfanfall und Inkontinenz können vorkommen. Nach dem Affektkrampf beschleunigt sich die Herzfrequenz wieder, die Atmung setzt erneut ein, und das Bewusstsein kehrt ohne Intervention zurück.
Da diese Form selten ist, können weitere diagnostische Untersuchungen und Behandlungen erforderlich sein, wenn die Affektkrämpfe rezividieren. Eine gleichzeitige Untersuchung mit EKG und Elektroenzephalographie (EEG) kann helfen, kardiale und neurologische Ursachen zu unterscheiden.



